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Der Tempel Angkor Wat



Die Naga-Ballustraden





Angkor Wat ist das größte und unzweifelhaft atemberaubenste Bauwerk in Angkor und gilt bis heute als das größte religiöse Gebäude der Welt und der best erhaltenste Tempel in Angkor, da er niemals komplett verlassen war und der Dschungel nicht Besitz von ihm ergreifen konnte.



Silhouette am Morgen in Angkor Wat



Er ist bis heute unerreicht und eine Mischung aus Spiritualität und Symmetrie, sowie ein andauerndes Beispiel der Verehrung seiner Götter.



Südlicher Zugang zu Angkor Wat



Der Tempel wurde von Suyavarman II (1002-1049) erbaut und war dem Hindu Gott Vishnu gewidmet, mit dem sich der Herrscher damals identifizierte.



Vishnu Statue in Angkor Wat



Der ursprüngliche Name lautete vermutlich bismulok, bzw. Vishnuloka und bekam seinen heutigen Namen erst Jahrhunderte später, als Angkor Wat zu einem buddhistischen Heiligtum umgewandelt wurde.

Die umlaufende Mauer mißt 1025 x 800 Meter und hat einen Eingangsbereich an jeder Himmelsrichtung, doch der Haupteingang befindet sich im Westen.



Osteingang aus westlicher Sicht fotografiert


linker Eingangsbereich




Blick vom Dammweg auf den Eingangsturm



Eingangsturm von Angkor Wat





Aus dieser Richtung erfolgt eine erste Annäherung über den 190 Meter langen und ca. 20 Meter breiten Damm und erzeugt ein Prickeln und Gänsehautfeeling zugleich, das kurz darauf beim Betreten der 235 Meter breiten und reichlich verzierten Eingangshalle noch einmal getoppt wird.



Weg über den 190 Meter breiten umlaufenden Wassergraben






Blick von Osten auf den mittleren Teil der westlichen Eingangshalle



In dieser Eingangshalle findet sich auch eine 3,25 Meter große Skulptur von Vishnu zu sehen.
 
 
 

Vishnu-Statue in der Eingangshalle



Junge Frauen legen dort oftmals vor der Heirat eine Haarsträhne nieder, was Ihnen Glück bringen soll.

Wenn man sich die zur Verfügung stehenden handwerklichen Mittel der Entstehungszeit vor Augen führt und weiss, dass es sich hierbei zugleich um das faszinierenste Bauwerk der damaligen Baukunst und dem wichtigsten und größten religiösen Bauwerk des Khmer-Reiches handelt, das all die Jahrhunderte und Grenzverschiebungen in diesem Teil von Asien fast unbeschadet überstanden hat, so kommt man aus dem Staunen sehr schwer wieder heraus.



Einer Lotusblüte nachempfundener Turm



Im Unterschied zu allen anderen Tempeln im Bereich von Angkor, ist dies der einzige Tempel mit der Ausrichtung nach Westen, der Himmelsrichtung Yamas, des Gottes des Todes. Alle weiteren Tempel sind nach Osten ausgerichtet.



Blick nach Westen - im Hintergrund der Ballon um Angkor aus der Höhe zu sehen



Für die Gelehrten ist dieses markante Merkmal der Hinweis, dass Angkor Wat neben der Funktion als Tempel, wohl auch als Grabstätte für Suryavarman I (1002-1049) dienen sollte. Im Hinduismus symbolisierte die westliche Ausrichtung ebenfalls den Tod. Jedoch gibt es bis heute keine Hinweise auf eine Grabkammer.

Dazu kommt unterstützend, dass die vielen prächtigen Basis-Reliefs entgegen dem Uhrzeigesinn angeordnet sind und ist ebenfalls ein früheres Ritual im Hinduismus für den Tod.



Die Basis-Reliefs stellen verschiedene geschichtliche Ereignisse dar





Basis-Relief




Reliefs wohin man in den Galerien nur blickt





Erstklassig erhaltene Arbeiten die viel über die damalige Geschichte erzählen


Wie auch immer, selbst Vishnu wird häufig mit dem Westen assoziert und nun ist diese Theorie allgemein anerkannt, dass es sich bei Angkor Wat um einen Tempel und ein Mausoleum für Suryavarman II handelt.

Der 475 Meter lange mit Sandsteinen geplfasterte Weg vom Eingang bis zum Zentrum von Angkor Wat führt über eine erhöht angelegte und 9,50 Meter breite Chaussee, an den Innenhöfen und zwei wunderschönen Galerien, sowie zwei Wasserbecken vorbei, wobei nur der linke Pool permanent Wasser enthält.



Der Weg zum Zentrum von Angkor Wat





Der nördliche Pool



Dieses nördliche Wasserbecken ist ein beliebter Spot für Fotoaufnahmen des Sonnenaufgangs über Angkor Wat. Besonders beeindruckend sind die Spiegelungen im Wasser.



Sunrise und die Spiegelung der Silhouette im linken Pool



Geleitet wird man auf diesem Weg von zwei der im Khmer-Reich allgegenwärtigen Naga-Balustraden. Diese 7-köpfige Naga wird zum Symbol des Regenbogenbrücke für den Menschen, um den Platz der Gütter zu erreichen.



Die Naga Balustraden





Leider wie so häufig zerstört



Auf diesem Weg wird man sich über die tatsächlichen Ausmaße dieses Tempelkomplexes erst wirklich bewußt.



Blick vom Eingangsturm auf den Weg ins Zentrum von Angkor Wat



Der zentrale Tempelkomplex besteht aus drei Stockwercken aus Laterit.



Treppe zum ersten Level von der Westseite




Leider wegen Restaurierungsmaßnahmen im Moment abgesperrt




Statuen am Aufgang zum Zentrum




Die Restaurierung von Angkor Wat



In 31 Meter Höhe befindet sich ein quadratischer Platz, umringt von der Galerie der 1000 Buddhas. Leider sind durch die Kriege und Plünderungen viele Buddhas verschwunden und lediglich ca. 100 Buddhas Bildnisse übrig geblieben.



Hohe Mauern mit innenliegenden Galerien




Hier wird gerade das Dach der Galerie restauriert





Ostseite


An den Ecken des zweiten und dritten Stockwerks befinden sich Türme (Prasat), deren Turmspitzen Lotusblüten nachempfunden sind.



Eckturm des zweiten Levels an der Südostseite





Blick auf den nordöstlichen Eckturm des zweiten Levels



In 55m Höhe auf dem dritten Stockwerk beginnt der zentrale Turm von Angkor Wat, der diesem Bauwerk eine Symmetrie gibt und das komplexe Gebilde als eine Einheit erscheinen läßt. Dessen Turmspitze erreicht eine Höhe von 65 Metern.



Der höchste Turm im Zentrum von Angkor Wat




Extra Ausweise für den Bakan, das dritte Level




Was man alles nicht darf findet man auf der Rückseite des Passes



Auch der Bakan wird restauriert




Bakan Restaurierung










Die Treppen hinauf zum dritten Level sind enorm schwer zu erklimmen, da sie sehr steil konstruiert wurden, doch es sollte ja keine leichte Aufgabe, sondern eine Herausforderung sein, den Platz der Götter zu erreichen.

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Die nördlichen Treppen zum Bakan werden nicht benutzt


Aus diesem Grund hat man für die heutigen Besucher Holztreppen über die steinernen Zeitzeugen auf der Ostseite gebaut und doch bleibt es auch auf diesem Weg eine Herausforderung.



Oben angekommen, sollte man sich die Zeit nehmen und diesen Ort und die Ruhe hier oben geniesen. Die Blicke auf das weite von hier oben sehr gut überschaubare Land schweifen und die mystische Stimmung wirken lassen. Diesen Ort der Spiritualität fühlen, ohne sich Gedanke über die weltlichen Dinge des Lebens zu machen.





Auf dem zweiten Level finden sich sehr viele beeindruckende und sich doch nie gleichende Apsaras in verführerischen und tanzenden Positionen an den Wänden der Galerien.



Die Basis-Reliefs bestehen aus einer 800 Meter langen erstaunlichen Galerie mit Erzählungen der Götter und der damaligen Zeit. Die meisten wurden im 12. Jahrhundert erstellt und im 16. Jahrhundert kamen neue hinzu.



Im Königreich Kambuja unter Jayavarman II (802-859), wie damals das Khmer Reich genannt wurde, war das Reich von Indra, dem König der Götter, Jayavarman II zugewiesen worden und er sollte es repräsentieren.



Die Apsaras sollten den Menschen von Kambuja die Kunst des Tanzes näherbringen.



Leider wurden viele dieser Absaras durch die indischen Restaurieungsversuche mit Chemikalien in den 80-er Jahren zerstört. Mittlerweile kümmert sich das German Apsara Conservation Project um die Restaurieung.



Bei mehrmaligen Besuchen wird man immer wieder mit der Entdeckung neuer Details belohnt.





Im Prinzip wurde mit Angkor Wat das Universum in Miniatur nachgebildet. Durch die Symmetrie des Bauwerks reist man über den xxxxDammweg und die Innenhöfe in das Zeitalter der Entstehung des Universums zurück.



Der zentrale Turm ist Mt. Meru und ist von von kleineren Bergspitzen, den Türmen und von den tiefer liegenden Innenhöfen, welche die die Kontinente darstellen, sowie den Ur-Ozean, dem 190 Meter breiten Wassergraben umgeben.



Angkor Wat besitzt eine rechteckige Form mit den Ausmaßen von 1,5 x 1,3 km, wobei die längere Seite von West nach Ost verläuft. Alleine der Wassergrabern läßt europäische Burggräben wie Spielzeug aussehen.



Die Sandsteine von Angkor Wat stammen aus dem 59 km entfertnen District Svay Leu im Osten am Fuße des Phnom Kulen. Diese Baumaterialien wurden mit Flößen auf dem Stung Siem Reap transportiert und anschließend innerhalb der Anlage auf verschiedenen Kanälen weitertransportiert, bevor sie besonderen Schleifanlagen so bearbeitet wurden, dass sie ohne erkennbare Zwischenräume aufeinandergesetzt werden konnten.



Die gewaltigen Bauten weisen mittlerweile zahlreiche Schäden auf. Witterungseinflüsse, die tropische Vegetation und menschliche Zerstörungskraft, wie etwa die Plünderungen durch die Siamesen im 15. Jahrhundert, haben den Tempeln zugesetzt.



Die Thais fielen 1351 in Angkor ein und übernahmen 1431 endgültig Angkor. Die Khmer Hauptstadt wurde nach Phnom Penh verlegt und man kehrte flüchtig im 16. Jh. zurück, doch Angkor war bereits von den Pilgern und Geistlichen verlassen.



Der Aufschwung der Thais zwischen dem 14. und 18 Jahrhundert hing sicherlich auch damit zusammen, dass sie sich viele Inspiration in Angkor geholt hatten, was auch eine Art der Wiederaufersteheung von Angkor darstellte. Doch die tatsächliche Auferstehung stand noch bevor.



Ein weiterer Grund für den fortschreitenden Zerfall ist, dass sich die Khmer ab dem 13. Jahrhundert dem Buddhismus zuwandten, weshalb keine neuen Tempel mehr errichtet wurden.



Hinzu kam dass die Khmer sämtliche Wälder abholzten, sowie Missernten durch versiegendes Wasser und dem damaligen Klimawandel, zu beklagen hatten.



Wie auch die anderen großen Tempelareale in Angkor, war Angkor Wat von Siedlungen umgeben. Das Baumaterial Stein war allerdings religiösen Bauwerken vorbehalten, weshalb von den weltlichen Bauten, auch den Residenzen der Herrscher, keine erhalten sind.

In der Zeit von 1546 bis 1747 wurden über 40 neue Inschriften in Angkor Wat angebracht. Diesen kann man entnehmen, dass die Anlage spätestens seit dem 16. Jahrhundert als buddhistisches Heiligtum diente. Die Inhalte der Inschriften vermitteln Inhalte des Theravada-Buddhismus.





Die französische Expedition im Jahre 1869 war eine großartige und erfolgreiche Sache, erzeugte sie doch großes Aufsehen und ein internationales Interesse an Kambodscha.



Als der französische Entdecker Henry Mouhot das erste Mal einen Fuß in den Tempel von Angkor Wat setzte, war es ein buddhistisches Kloster.



Portugiesische Reisende hatten es bereits im 16. Jahrhundert entdeckt und nannten sie die eingemauerte Stadt.



Es war jedoch Mouhot's Publikation „Voyage a siam et dans le cambodge 1868“, die den Blick der Welt auf Angkor richtete.



Er hatte sich nie als Entdecker bezeichnet, obwohl er posthum zum „Entdecker der verlorenen Tempelstadt von Cambodia“ ernannte.

Tatsächlich besichtigte ein französischer Missionar, Charles-Emile Bouillevaux 10 Jahre vor Mouhot, Angkor und publizierte seinen eigenen Eindrücke mit wenig Erfolg, denn er wurde ganz einfach ignoriert.



Es waren Mouhot's Schilderungen, die zahlreiche Erklärungen aufwiesen, Zeichnungen und sogar Farbbilder der Tempel enthielten, was die Ruinen in ein internationales Interesse rückte.



Seit der Zeit von Mouhot wurde Angkor das Ziel vieler französisch finanzierten Expeditionen und 1901 beginnt mit der Ecole Francaise d'Extréme-Orient (EFEO) eine langfristige Beziehung zu Angkor.



1907 wurde Angkor an Cambodia zurückgegeben, da sie bis dato unter der Thai Herrschaft für 150 Jahre waren und die EFEO für eine endgültige Klärung des Sachverhaltes gesorgt hatte. Im selben Jahr erschienen die ersten Touristen in Angkor.

Es waren innerhalb von drei Monaten 200 Touristen in Angkor, was zur Folge hatte, das Angkor vom Dschungel befreit und restauriert wurde.



Angkor Wat erlebte dadurch eine Wiederauferstehung und fand damit seinen Platz in der modernen Welt.



1992 wurde Angkor Wat mit allen dazugehörigen Tempeln zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

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