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Eine königliche Prozession nicht alltäglicher Art - Royal Barge Procession 2012






Suphannahongsa 
© Lerdsuwa, Wiki


Imposante königliche Umzüge kann man in einigen Ländern der Welt sehen. Doch wer eine absolut außergewöhnliche und nicht mehr alzu häufig stattfindende königliche Prozession zu Wasser sehen möchte, der darf sich diese seltene Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Diese Gelegenheit bietet sich am am 6. November im Zuge der stattfindenden Generalprobe in voller Montur, oder bei der eigentlichen "Royal Barge Procession" am 9. November auf dem Chao Phraya River in Bangkok.

Die Anfänge dieser ungewöhnlichen Prozession reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. 1357 verfügte König Boromtrailokanat von Ayutthaya ein Dekret, wonach die Zeremonie "Asayuth" ein Rennen zwischen dem Boot des Königs und dem Boot der Königin auszurichten sei. Das Rennen sollte im 11. Mondmonat stattfinden, genauer gesagt am Ende der Regenzeit, wenn die Pegel der Flüsse am höchsten sind.

Sollte die "Samatthachai", das war die Barke des Königs gewinnen, so konnte man Hunger und Elend in der nächsten Periode erwarten.

Würde dagegen die "Kraisonramuk", der Kahn der Königin gewinnen, so standen die Vorzeichen auf Fruchtbarkeit und Fülle. Es war klar für welches Boot die Herzen der Menschen schlugen und wem deren Sympathie galt. So gewann dann normalerweise gewann nach den Überlieferungen die "Kraisonramuk".
Später wurde die Prozession als "Jong Priang"-Zeremonie fortgeführt und in den 12. Mondmonat zu Vollmond verlegt. Dabei wurden schwimmende Lichter auf die Gewässer ausgebracht.

Überlieferungen erzählen von Reisen des Königs in verschiedenste Gegenden Thailands und Prozessionen mit mit mehr als zweihundert schwimmenden Kähnen.

Die Prozession der königlichen Barken zählt bis heute zu den akribischsten vorbereiteten und ausgearbeitensten Zeremonien in Thailand.

Die rudernden Seeleute sind dabei in farbige Gewänder gekleidet und tragen golden Verzierungen am Körper. Im Schlagrhythmus der Seeleute ertönen traditionelle thailändische Lieder und werden im Refrain durch die mitsingenden Ruderer verstärkt.



Die Fortbewegung und die Geschwindigkeit der Flotte orientiert sich dabei an dem Takt der Musik und variiert aus diesem Grund auch immer wieder. Dies belebt das Spektaktel und gestaltet es noch abwechslungsreicher und imposanter.

Im Laufe des letzten Jahrhunderts wandelte sich das Erscheinungsbild der Schiffsverkehrs in Thailand. Die von Motoren angetriebenen Boote verdrängten die von Manneskraft fortbewegten Barken nahezu komplett, bis auf die Boote der königlichen Barken-Prozession. Diese Zeremonie soll als Kulturerbe Thailands erhalten bleiben.
Leider finden diese Zeremonien nicht mehr alljährlich statt. Während dem Beginn der Regentschaft seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej, (King Rama IX. of Thailand) 1946, fanden lediglich 16 solcher Zeremonien statt. Das ist in Anbetracht der 66-jährigen Regentschaft König Bhumibols und damit der längsten Regentschaft eines Monarchen weltweit, ein rares Event, welches es zu sehen gilt.


König Bhumibol Adulyadej 
© Government of Thailand


Nach der Prozession im Jahre 1932 belebte König Bhumibol Adulyadej diese Tradition erst im Jahre 1957, zum Anlaß des 25. Jahrhunderts der Buddha-Ära wieder.

Die folgenden Prozessionen wurden als "Royal Kathin-Zeremonie" zu Ehren der Buddhisten abgehalten. Kathina ist das Fest der Buddhisten am Ende der dreimonatigen Zeit der Besinnung während der Regenzeit.
Hierbei überreicht  ein Mitglied der Königsfamilie neue safranfarbige Gewänder für die Mönche des Wat Arun (Temple of dawn). Wat Arun ist ein Tempel am Westufer des Chao Phraya Rivers, gegenüber des weltbekannten Wat Po, wo man neben dem liegenden Buddha auch fantastische traditionelle Thai-Massagen, "Nuad"  gennant, bekommen kann.

Dieses Jahr wird Kronprinz Maha Vajiralongkorn die Zeremonie abhalten. 


Maha Varjiralongkorn
© Sidakan


Doch wer weiß, vielleicht erlaubt es der Gesundheitszustand des in Thailand so beliebten Monarchen, der Prozession am 9. November auf irgendeine Weise beizuwohnen...

Die Generalprobe (in voller Montur) findet am Dienstag, den 6. November 2012 statt:

Die Prozession startet um 15 Uhr vom Vasukri Royal Landing Pier und führt flussabwärts zum Wat Arun Tempel. Das Ende der Zeremonie wird gegen 16.30 Uhr sein.

Allerdings wird der Fluss bereits ab 11 Uhr für den gesamten Schiffsverkehr gesperrt. Zum einen gilt es die Boote in die richtige Aufstellung zu bringen und zum anderen will man damit jeliche Beschädigungen durch einen eventuellen hohen Wellengang an den "Kulturgütern" vermeiden.

Das bedeutet, eine Überquerung des Flusses ist ab diesem Zeitpunkt nur noch über die Brücken per Bus, Auto oder per Skytrain möglich. Damit wird es unweigerlich zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen und erhöhten Passagierzahlen im Skytrain kommen.


Die eigentliche Prozession findet am Freitag, den 9. November 2012 statt. Es werden Tickets für Tribünensitzplätze angeboten, aber es ist auch möglich sich an mehreren Stellen entlang des Flusses zu platzieren und stehend, aber gratis dem Spektaktel beizuwohnen, so z. B. nahe der Khao San Road am Phra Sumen Fort und dem Santichaiprakan Park.
Mehr Information zu der Royal Barge Prozession, den Barken, den Seeleute, der Kleidung und der Geschichte:

In englischer Sprache

In deutscher Sprache

Für alle die sich intensiver mit den Barken und der Royal Barge Prozession auseinandersetzen möchten finden am Westufer des Flusses (südwestlich der Pin Klao Bridge/in einem Seitenarm des Chao Phrayo Rivers) das Royal Barge Museum. 


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