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Ein absolutes No Go - Die Guest House Suche geht weiter



Nachdem in der Nacht zuvor fast kein Wasser aus der Dusche kam, hoffte ich am Morgen auf Besserung.

Bekanntermaßen stirbt die Hoffnung zuletzt, doch vorher versagte noch die Toilette Ihren Dienst.

Von solch Unzulänglichkeiten wollte ich meinen Aufenthalt in Siem Reap nicht beeinflußen lassen und machte mich deshalb umgehend auf die Suche nach einer besseren Unterkunft.

So konnte ich Siem Reap bei einem Spaziergang durch die Stadt näher kennenlernen und einen Eindruck von Ihr gewinnen. Mir war die Lebensweise mancher Familien gänzlich fremd, wenn ich sah, wie hier gehaust wurde. Da standen zerfallene Hütten neben mehrgeschoßigen Gebäuden nach westlichem Baustil.

Vielleicht machen gerade diese Unterschiede das aus, was Asien so anderst macht?

Ich tat mich mit diesen Verhältnissen immer noch sehr schwer und das nicht nur aufgrund sehr holpriger Wege, die aus mehr Schlaglöchern zu bestehen schienen, als irgendetwas anderes.

Ein Wohlgefühl kam bei mir immer noch nicht auf.

Auf meiner Suche spazierte ich an mehreren Handyshops vorbei, soweit man die Wohnzimmer, welche einer Garage ähnelten und davor einen offenen Raum mit einer Vitrine hatten, so nennen kann.

Eine der Mitarbeiterinnen von diesen Shops vermittelte mir einen so sympathischen Eindruck, dass ich mich von Ihr wegen einer Simkarte beraten ließ. Nun ja, es war ein Mix aus englischen Worten und Khmer. Wir verständigten uns zumindest so gut, dass ich eine Simkarte erwerben konnte.

Als dann der Bruder, oder Freund von Ihr, meinen Reisepass für die Registrierung benötigte und damit auf einem Motobike verschwand, hatte ich nicht einmal ein schlechtes Gefühl, denn ich konnte mir schon denken, dass Sie hier vorort weder eine Aktivierung vornehmen, geschweige denn eine Kopie des Passes machen konnten.

Und tatsächlich, innerhalb kürzester Zeit war ich wieder im Besitz meines Passes und einer neuen kambodschanischen Simkarte. Nun widmete ich mich wieder voll und ganz meiner Suche nach einer neuen Unterkunft.



Guthaben zum Aufladen in Kambodscha, aufgrund geringerer Kosten gibt es nur kleine Beträge


Irgendwie zog es mich in Richtung River und sofort wandelte sich das Bild der Stadt, denn hier war alles grün, es ging relaxter zu und ich konnte direkt wieder einmal richtig durchatmen bei der deutlich besseren Luft als in der City selbst.

Ich überquerte den Fluß und befand mich nun im Viertel namens Wat Bo, wo zufälligerweise auch Lousianne's Guest House, genannt Rosy's GH, sich befand.
Und wen konnte ich gegen 11.30 Uhr mit den Resten seines Frühstücks entdecken? Es war Lousianne. Man sieht sich eben immer zweimal im Leben.......

Durch das freudige Wiedersehen hatten wir Gelegenheit, unsere bisherigen Erlebnisse auszutauschen. Während sich Lousianne für einen Spaziergang in die Stadt verabschiedete, erkundigte ich mich nach einem Zimmer in seinem Guesthouse.

Leider war bei Rosy nichts mehr frei, doch ich durfte deren Internet, welches zwar mehr schlecht als recht funktionierte, kostenfrei benutzen, was ich sehr zu schätzen wusste, denn so musste ich nicht planlos umherziehen.


Für Cambodia hatte ich bis dato keinen Reiseführer besorgt, da ich nicht noch mehr Gepäck habe wollte und Sabine ohnehin einen hatte.

Also surfte ich mich durch die verschiedenen Guest House-Angebote. Leider fand sich nichts Interessantes. Entweder war es richtig teuer, oder überhaupt nicht mein Fall. Mir fehlte das mittlere Angebotssegment bei diesem Überangebot an Unterkünften.

Durch den Hinweis einer „Rosy-Angestellten“ schaute ich mir nebenan eine Unterkunft an, die Sie, sofern Ihr Guest House belegt ist, so wie im Augenblick, gerne weiterempfehlen.

Das war eine jener Unterkünfte, die für mich ein absolutes No-Go darstellen. Zunächst war das ein Gebäude hinter dem Restaurant und der Geruch war einfach nur abschreckend. Die Absteige war im Erdgeschoß und es roch nur nach Schimmel und das geht mal gar nicht. Da tröstete mich auch der super Preis von 5$ nicht über die Zustände hinweg.

Geschockt davon, verabschiedete ich mich und schaute nach einem Tuk-Tuk Fahrer. Ich wollte mir ein Guest House etwas außerhalb ansehen, doch die ersten Fahrer hatten keinen blaßen Schimmer, wo das sein sollte und dazu mußte ich feststellen, dass die meisten der Fahrer nicht in der Lage sind einen Stadtplan zu lesen.

Macht mal Euch mal den Spaß und haltet einem Tuk-Tuk-Fahrer einen Stadtplan verkehrt herum vor die Nase und Ihr werdet genauso entsetzt wie ich sein, denn die meisten werden das nicht bemerken und Euch alles Mögliche erzählen, als ob Sie allwissend sind. ;)
Wie die wohl Ihren Führerschein bekommen?

Ich habe mich köstlich amüsiert, so bedauernswert das auch erscheinen mag. Trotz der 6 Jahre Schule, die jeder in Kambodscha absolvieren muß, scheint mir die Pol-Pot-Generation und vielleicht nicht nur diese, in Bezug auf Bildung zu kurz gekommen zu sein.

Aber dafür kennen die Fahrer andere Guesthäuser, die ich so nicht gefunden habe und so konnte mir einer der Fahrer ein paar Straßen weiter, mein künftiges Domizil in einer ruhigen Straße, etwas zurückversetzt, zeigen.

Natürlich bekommen die Fahrer eine Art Kopfprämie für Touris.
Und wir kennen es ja mittlerweile: Bei Fragen aller Art wenden Sie sich an Ihren Tuk-Tuk-Fahrer. Als Antwort bekommt man dann „no problem“. ;)

Mich erinnerte das „Green Town“ an einen Bau im Kolonialstil. Es bestand aus drei Etagen in offener Bauweise.



Green Town Guest House in Siem Reap




Am Tag zum Relaxen und bei Nacht zum Beobachten der Gekkos geeignet




Blick vom Balkon auf die umliegenden Häuser



Da ich schon in Deutschland niemanden über mir wohnen haben wollte, entschied ich mich auch hier für das dritte Stockwerk. Das Zimmer war mit zwei Ventilatoren, zwei einzelnen Betten und Badezimmer nach westlichem Standard und bereits vor dem Mittag sehr warm.



Die Matrazen sind hier, wie fast überall, aus Schaumstoff



Zumindest roch es nicht irgendwie nach Schimmel und für 8$ war das akzeptabel. Der Besitzer machte einen seriösen Eindruck auf mich.


 

Zwei Fans und TV



Badezimmer nach westlichem Standard


Das Schöne war, dass es hier überall Free-WiFi gab und es funktionierte mittels Router auf jeder Etage richtig super.

Nachdem ich nun eine neue Bleibe gefunden hatte mußte ich nur noch in meinem alten Guest House auschecken und das Gepäck holen. Anschließend wollte ich mich auf weitere Exkursionen in die City begeben und die Märkte in aller Ruhe ansehen.



Der Buddhismus ist allgegenwärtig



Am frühen Abend war ich im Temple Restaurant in der Pubstreet einen Khmer-Salat essen und war davon gar nicht angetan.
Es läßt sich gar nicht richtig sagen, was daran so schlecht war, er war auf jeden Fall nicht mein Geschmack.
Einerseits war er supersüss gewürzt, dann wieder total spicy. Unterm Strich hatte ich den Eindruck von zuviel Zucker auf rohem Gemüse und konnte mich damit nicht anfreunden. Es passte einfach nichts zusammen.

Dieser Salat sollte so ziemlich das am wenigsten schmeckende Essen während meines Asienaufenthaltes sein und hat mir den Spass am Salatessen deutlich reduziert.




Der Suppendrachen - eines von unzähligen Restaurants in der Pub-Street




Blick vom Restaurant "Temple"´auf die Pub-Street



Später traf ich Bine, die nicht umgezogen war, obwohl auch in Ihrem Zimmer die Dusche den Dienst versagte, in „unserer“ Bambus-Bar.




Die Bambus-Bar im Night-Market




Stände im Night-Market



Dort verbrachten wir wieder eine schöne Zeit, bevor wir uns ein gemütliches Restaurant zum Essen suchten.
Wie schon am ersten Tag ging ich dieses Mal wieder auf Nummer sicher und entschied mich wieder für Thai-Curry. Da kann man nicht viel verkehrt machen. Ich musste mich lediglich zwischen Red, Green und Yellow entscheiden.

Und wie meinte Bine doch so schön: „Scharf ist immer gut, da gibt es für Bakterien keine Chance.“
;)

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