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Von Trat nach Koh Chang

Die Fahrt zum Pier nach Koh Chang trat ich gemeinsam mit Joe, dem Humble Traveller in einem gecharterten Songthaeo, also einem PickUp mit Ladefläche, unter wirklich heißen klimatischen Bedingungen an. Da änderte auch der Fahrtwind nicht viel daran. Es war und blieb unendlich heiß.

Wir charteten ein Songthaeo für 300 THB, was wohl etwas zuviel war. Doch ich empfand bei dieser unerträglich Hitze eine Diskussion über 2,20€ mehr oder weniger als unnötig. 


Wie sich nach kurzer Konversation herausstellte, hatte ich bei meinem Gegenüber, Joe dem Humbletraveller aus New York, einen äußerst fachkundigen Sextouristen vor mir.

Da war es also wieder, das Thema Sextourismus und ich wunderte mich wieviele Männer eigens zu diesem Thema hier in Süd-Ost-Asien unterwegs sind.

Warum wählen sie gerade diese Gegend aus, fragte ich mich. Schöne Frauen gibt es doch nicht nur hier in SE-Asia. Also musste es wohl damit zusammenhängen, dass man hier das Geschäft durch die vielen Ladybars öffentlich macht und es sehr viel erschwinglicher ist, als im Westen. Außerdem hörten sich die Geschichten dieser Männer total unkompliziert an.

Und neben Thailand gab es ja auch noch Cambodia und Vietnam, welche als weitere sextouristische Ziele in Frage kamen.

Was auch itmmer die Beweggründe sein mögen, hier hatte ich nun ein zweites abschreckendes Beispiel vor mir sitzen, obwohl er deutlich angenehmer als meine erste Bekanntschaft im deutschen Restaurant in Sihanoukville, war.

Nichts desto trotz konnte ich dieser Art von Tourismus immer noch nichts abgewinnen. Das blieb auch so, als er mir ganz stolz erzählte, dass er in der Chickenfarm von Sihanoukville einen super Service für 10 US$ bekommen hatte, mit einer sogenannten Zufriedenheitsgarantie. Bei Unzufriedenheit gab es wohl das Geld zurück.

Irgendwie gefiel mir auch dieser Gedanke nicht viel besser und mein Reisekollege sank nun noch tiefer in meinem Ansehen.

Nach zwar unterhaltsamen, aber auch durch die Hitze ermüdenden 45 Minuten erreichten wir endlich das Pier und begaben uns nach dem Ticketkauf direkt auf die Autofähre, wo einem endlich wieder etwas kühlere Seeluft um die Nase wehte.

Nach etwa 45 weiteren Minuten erreichten wir Koh Chang und eine ganze Menge Songtaeos mit Fahrern warteten bereits sehnsüchtig auf die ankommenden Passagiere, um Sie zu Ihren gebuchten Hotels und Resorts zu bringen.

Gut, wer bereits gebucht hatte. Ich natürlich wieder einmal nicht und so wusste ich nicht, wohin ich fahren wollte. Da man die Fahrt im Voraus bezahlen musste, entschied ich mich für das Songthaeo zum entferntesten Strand, Bang Bao genannt und hielt mir dadurch alle Optionen offen.

Los ging die Fahrt gleich in einem atemberaubenden langsamen Tempo einen ultrasteilen Berg hinauf, bevor wir entlang der Westküste uns von einem Strand zum nächsten über hügelige Straßen fortbewegten.


Auf dem Weg bekam ich einen ersten Eindruck von der doch recht großen Insel. Immerhin ist Koh Chang die zweitgrößte Insel Thailands nach Phuket.

Das zum Landesinneren ansteigende Gelände war also der Dschungel, den ich bis dato, außer in Angkor Wat, noch nirgends wirklich gesehen habe und wie sich später herausstellen sollte, gab es hier deutlich mehr Mosquitos als bislang auf meiner Reise.

Auf der Fahrt machte ich Bekanntschaft mit der blonden Kasachin Ira aus Pattaya, die bereits einige Jahre in Stuttgart verbracht hatte und nun seit ein paar Jahren sich um russische Touristen in Thailand kümmert. Als persönlicher Tour Guide sozusagen. Hier Sprachkenntnisse waren einfach umwerfend. Sie konnte sich nicht nur in Russisch, Englisch und Deutsch blenden verständigen, Sie war auch des Italienischen mächtig und war in kurzer Zeit mit weiteren Reisenden im Gespräch.

Auf der Fahrt erhielt ich allerhand Tipps von Ihr, bezüglich Koh Chang und Unterkünften, als auch über andere Gegenden Thailands.

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